Spritziges Waldmeister-Gelee mit Hugo

Sektfrühstück mal anders! Zwar könnt ihr die Frühstücksbrettchen aufstellen, aber die Sektgläser dürfen heute im Schrank bleiben, denn das Sprudelwässerchen kommt gleich mit aufs Brot. Bei uns gibt es Waldmeister-Gelee mit Schuss – und wir sind jetzt schon ganz angeschickert von so viel Jammi und Mhhh…

Spritziges Waldmeister-Gelee mit Hugo Toastenstein

Vor einigen Wochen hatte ich voller Verzückung kleine Waldmeisterpflänzchen bei uns im Supermarkt entdeckt und war vollkommen aus dem Häuschen. In freier Wildbahn habe ich ihn hier nämlich noch nie entdecken können, wollte aber unbedingt mal mit frischem Waldmeister arbeiten und nicht auf diesen synthetischen Sirup zurückgreifen. (Dem wir jedoch, so künstlich er auch sein mag, durchaus etwas abgewinnen können.)

Ich trug also strahlend mein kleines Pöttchen heim in die Laborküche und hegte und pflegte es besser als meine eigenen Augäpfel. Von denen ich im Gegensatz zum Waldmeister immerhin zwei Stück habe! Ich suchte ihm den perfekten Standort. Wässerte ihn nicht zu viel und auch nicht zu wenig. Und ab und zu kitzelte ich seine kleinen grünen Blättchen. Nur um sicher zu gehen, falls die Moralapostel da draußen doch Recht damit haben sollten, dass Pflanzen in der Tat Gefühle besitzen. Ein kichernder kleiner Waldmeister kann so schlecht nicht sein, nicht wahr?

Sicher ist sicher. Denn wenn ich nicht aufpasse, schlägt mein schwarzer Daumen des Todes wieder zu und der Waldmeister gesellt sich zu den ungezählten Leichen, die ich schon aus der Laborküche heraustragen musste. (Pflanzliche Leichen! Ex-Erdbodenbewohner. Nichts mit zentralem Nervensystem. Nur damit hier keine Verwirrung aufkeimt…)

Spritziges Waldmeister-Gelee mit Hugo Toastenstein

Und was soll ich sagen? Die Arbeit wurde belohnt. Jetzt ist die Waldmeistersaison vorüber, ich habe ihn geerntet und endlich verarbeitet. Ein wirklich feierlicher Tag für die Laborküche. Und das habe ich auch zum Anlass genommen, um den Sekt zu köpfen! Davon kommt nämlich ein guter Schluck mit in das Waldmeister-Gelee, denn veganen Hugo konnte ich einfach nicht finden. Darum gab es die DIY-Version mit Sekt und Holunderblütensirup. (Minze haben wir weggelassen, die Mischung war schon frisch genug) Und das Waldmeister-Gelee schmeckt wirklich einzigartig. Es ist frisch und spritzig, süß und hat diesen ganz typischen und absolut nicht zu beschreibenden Waldmeistergeschmack. Ein Glas ist schon leer. Hoffen wir mal, die anderen halten noch etwas länger…

Ein kleiner Hinweis einer unserer Leser: In hohen Dosen kann der geschmacksgebende Inhaltsstoff im Waldmeister, der nennt sich “Cumarin”, zu Schwindel, Übelkeit, und u.a. Leberschäden führen. Wer dahingehend vorbelastet ist, sollte also etwas aufpassen!

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Spritziges Waldmeister-Gelee mit Hugo
Da wird die Erdbeer-Marmelade glatt ganz grün vor Neid! Unser Waldmeister-Gelee mit Hugo kann sich nämlich zum gediegenen Sektfrühstück sehen lassen!
Spritziges Waldmeister-Gelee mit Hugo Toastenstein
Kochzeit 20 Minuten
Portionen
kleine Gläser
Zutaten
Kochzeit 20 Minuten
Portionen
kleine Gläser
Zutaten
Spritziges Waldmeister-Gelee mit Hugo Toastenstein
Anleitungen
  1. Den Waldmeister waschen und mit einem Handtuch trocken tupfen. Dann für 10 Minuten anwelken lassen. In der Zwischenzeit die Zitrone in Scheiben schneiden und das Wasser zum Kochen bringen.
  2. Nun Waldmeister und Zitrone in ein Gefäß geben, mit kochendem Wasser aufgießen und über Nacht ziehen lassen.
  3. Jetzt den Waldmeister und die Zitronenscheiben aus dem Wasser nehmen. Das Wasser und alle weiteren Zutaten in einen Topf geben und zum Kochen bringen. Für mindestens 5 Minuten sprudelnd kochen, dann ist das Gelee fertig. (Im Zweifelsfall eine Gelierprobe machen!)
  4. Das fertige Gelee in heiß ausgespülte Gläser füllen und den Deckel fest verschrauben. Fertig!
Rezept Hinweise

Wer nicht so viel Wert auf frischen Waldmeister legt, kann auch Sirup benutzen. Davon nach Belieben viel ins Wasser geben, zum Kochen bringen und die geschnittene Zitrone damit aufgießen und ziehen lassen.

Keine Angst vor dem Alkohol, davon ist im Sekt eh relativ wenig vorhanden und durch das Kochen bleibt dann so gut wie gar nichts mehr übrig.


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