Experiment - Die Laborküche wird zur Versuchsküche

5 Euro für 3 Mahlzeiten – Die Challenge [Maddin]

Kennt Ihr diese düstere Vorahnung, wenn Euer Schatz so Dinge sagt wie „Ich habe da was Spannendes gesehen“ gefolgt von „Das müssen wir mal ausprobieren“ und dann noch die alles entscheidende Frage hinterher setzt: „Was hältst Du davon?!“

Meine erste Reaktion ist dann oft ein Augenrollen gefolgt von Angstschweiß. Und das Problem ist, dass mich Eden wirklich jedes Mal beim Augenrollen erwischt, auch wenn wir nur telefonieren. Ich tappe immer in die Falle. Vor allem auch in die eigene selbst gestellte. Ich halte mich ja für ziemlich open minded und flexibel, aber wenn ich das irgendwo nicht bin, dann beim Essen. In der veganen Küche gibt es zwar nur wenig, das ich nicht zumindest mal probieren würde. Aber selbst aktiv zu werden, meine eigene bequeme Wohlfühl-Oase zu verlassen, in der Dinge einfach einfach sein müssen – nun, das ist nicht so ganz meins.

Und dann kommt Eden da um die Ecke, will eine 5-Euro-für-3-Mahlzeiten-Challenge machen, bei der ich nur verlieren kann, aber hey, nach dem ersten Augengerolle denke ich mir wirklich, dass das spannend sein könnte. Denn um ehrlich zu sein, achte ich nicht groß darauf, was ich beim Einkaufen ausgebe. Und irgendwie ist das auch richtig doof, so nie und gar nicht zu wissen, was der Einkauf denn überhaupt kostet. Daher gerne: Challenge accepted! Auch wenn ich gegen das kulinarische Hirn von Toastenstein keine Schnitte sehen werde, interessiert es mich einfach, wie weit ich mit 5 Euro komme.

Was kriege ich von dem, was ich sonst so kaufe, auf mein veganes Tellerchen?! Ich will ja satt werden und es muss mir schmecken, zumal dürfen auch keine großen Kochkünste vonnöten sein, denn die habe ich schlichtweg noch nicht entdeckt (geschweige denn gesucht ;-)).

Aber zuerst müssen die Spielregeln klar sein:

  • Ihr verliert kein Wort über den…
  • Kein Gratisfutter von Probierständen oder Coupon-Aktionen
  • Essig, Öl und Gewürze sind nicht inklusive
  • Geldgeschenke dürfen nicht angenommen werden
  • Essen wird nicht untereinander geteilt
  • Drei Mahlzeiten für eine Person

Der Einkauf

Tjo, was mache ich denn nun? Ich weiß, was Eden machen wird. Sie wird x-beliebige Zutaten kaufen, die zusammen schmeißen, ein bisschen den magischen Kochlöffel schwingen – und es wird köstlich sein. Würde ich die Sache ähnlich angehen, hätte ich am Ende wahrscheinlich entweder dreimal undefinierten Pamps, einen Nervenzusammenbruch oder aber ich würde heulend nach meiner Mutter rufen – und wer meine Mutter kennt, weiß, dass sie mir bei dieser Challenge definitiv nicht helfen kann. (Sorry, Mama.)

Also: Schuster, bleib‘ bei Deinen Leisten! Und das zielt nicht darauf ab, dass veganes Essen für manches Lästermaul wie Schuhsohle schmecken soll… Ich orientiere mich einfach an dem, was ich an Nicht-Challenge-Tagen so essen würde. Da sind Champignons leider ein Muss, auch wenn die das Budget schon ordentlich ausreizen. Und ein Tag, der ohne meine heißgeliebte Paprika-Chili-Creme auf meinem Brot starten muss, kann kein guter Tag werden. Und schwupps… sind auch schon mehr als zwei Drittel des Geldes weg.

5 Euro für 3 Mahlzeiten - Die Challenge - Toastenstein - Maddins Version

Da ich noch nie von einer Champignon-Paprika-Creme-Diät gehört habe, müssen noch ein paar günstige Sachen her. Nudeln mit Tomatensauce gehen immer. Brot und Toast sind jeweils zuviel und dafür verhältnismäßig teuer, daher geht der Griff zu Aufbackbrötchen. Damit kann man schon einmal satt werden, glaube ich. Aber Moment mal… Wo kriege ich denn jetzt mein Gemüse her? So zwei Paprika *nachrechnen*, ich meine eine Paprika *nachwiegen*… Also so eine Gurke fürs Frühstück kostet doch nicht… so wenig, wie ich dachte. Narf! Dann wenigstens noch ein paar Zwiebeln… die es hier nicht einzeln gibt! Argh! Wenigstens eine kleine Tomate wird sich doch bestimmt noch finden lassen… Ja! Halleluja!

Unterm Strich habe ich folgende Dinge im Aldi gekauft:

  • Weiße Champignons (500g) für 1,79 €
  • Paprika-Chili Creme für 1,65 €
  • Fussili (500g) für 0,39 €
  • Baguette-Brötchen für 0,39 €
  • Passierte Tomaten für 0,39 €
  • 1 Tomate für 0,35 €

In Summe macht das dann satte 4,96 €. Nach den zwei Kostentreibern war da nicht mehr viel zu machen. Aber hey, damit kann ich bestimmt auch was machen, selbst wenn mindestens gefühlt die Hälfte von dem fehlt, was ich sonst so kaufen würde. Und das Wichtigste: Ich muss nicht erst stundenlang googlen, was ich denn mit Zutat X alles anstellen kann, sondern kann gleich anfangen. Keep it simple! Und zwar im Detail:

Das Frühstück

5 Euro für 3 Mahlzeiten - Die Challenge - Toastenstein - Maddins Version

Ich bin echt kein Müsli-Esser, so dass es morgens meist Toast oder Brötchen gibt. Normalerweise gibt es dann verschiedene Aufstriche wie Hummus oder Frischkäse und ein paar Gurkenscheibchen oder ein bisschen Paprika dazu, aber heute muss ich mich mit meinem liebsten Brotaufstrich begnügen: Paprika-Chili-Creme. Immerhin. Glücklicherweise konnte ich ja noch die kleine Tomate ergattern, so dass wenigstens auch etwas frisches Gemüse auf den kleinen Baguette-Brötchen ist. Das Frühstück war dementsprechend ein Stück weit wie immer, auch wenn mir persönlich etwas die Abwechslung gefehlt hat.

Das Mittagessen

5 Euro für 3 Mahlzeiten - Die Challenge - Toastenstein - Maddins Version

Zum Mittagessen gab es einen furchtbar simplen Klassiker: Nudeln mit Tomatensauce! Es ist nicht so, dass es das nicht hin und wieder bei mir gibt, aber im Regelfall haue ich wirklich noch ordentlich Gemüse rein. Und Zwiebeln natürlich. Und was habe ich jetzt? Noch ein bisschen Tomate als Deko, ein paar Champignons für etwas mehr Geschmack und einen Teil des Aufstriches für ein bisschen zusätzliche Sämigkeit. Die Sauce hätte noch eine Zeit länger einkochen können, aber das ist schon okay gewesen. Grundsolides, mega einfaches Mittagessen. Das aber, und da muss man ehrlich sein, niemanden zu Jubelarien verleiten wird.

Das Abendbrot

5 Euro für 3 Mahlzeiten - Die Challenge - Toastenstein - Maddins Version

Abends wird meist auch noch einmal warm gegessen. Was ich wirklich lieben gelernt habe, sind Champignon-Baguettes. Früher wäre ich ja nie auf die Idee gekommen, die selbst zu machen, weil man sie ja recht günstig kaufen kann… (Asche auf mein Haupt!) Heutzutage ist es dann die vegane Variante mit Creme Vega, veganem Streukäse und Paprika. Oh… Habe ich ja gerade alles nicht zur Hand. Aber aus dem Rest Paprika-Aufstrich und den gebratenen Pilzen kann man auch eine brauchbare Sauce machen. Die belegten Brötchen in den Ofen und man hat wirklich noch ein ganz nettes Abendbrot.

Als kurzen Abschluss muss ich sagen, dass ich nicht ganz unzufrieden mit der Ausbeute war. War lecker, war recht nah an dem dran, was ich so mag, hat satt gemacht, aber es war schon ein bisschen eintönig. Und das im wahrsten Sinne – ich mag buntes Essen, aber mangels Gemüse war da schlicht nichts mehr zu holen. Doch ich bin ziemlich sicher, dass das morgen bei Eden ganz anders aussehen wird… 🙂


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