Vegan ist scheiße! Verkopft - Toastenstein

Die guten Neujahrsvorsätze – 8 Tipps für angehende Veganer

Wenn das neue Jahr beginnt, dann beginnt nicht nur die Zeit, in der wir feststellen, dass wir die Jahreszahl beim Datum immer wieder falsch schreiben. Auch mental macht dieser Neubeginn etwas mit uns. Wir sind bereit, die alten Gewohnheiten zu hinterfragen und neuen eine Chance zu geben. Plötzlich kümmern wir uns um Dinge, bei denen wir bisher nur die Mundwinkel verzogen haben, um das Thema mit einem flotten „Jaja, eigentlich müsste man da mal was machen…“ schnell wieder von sich zu schieben. Wir beginnen zu grübeln und dann entsteht so eine Sache, die keiner wirklich zugeben will: Neujahrsvorsätze.

Jetzt will man beginnen, sich endlich öfter im Fitnessstudio abzustrampeln. Man sammelt die Post nicht mehr in einer dunklen Ecke, sondern heftet sie gleich vernünftig ab. Man will bei den Nachbarn und Freunden wieder öfter zum Kaffee vorbeikommen: Das letzte Treffen war irgendwann im Sommer, weil man ja niiie Zeit hat. Ein bisschen mehr Selbstfürsorge will man betreiben. Früher schlafen gehen, weniger Kaffee trinken und nicht so lange wach bleiben. Und das mit dem weniger Plastik, achjee, das will man ja sowieso immer. Und obendrauf könnte man den Jahresbeginn auch endlich mal nutzen, um das mit diesem vegan werden auszuprobieren.

Auf in ein Abenteuer

Und dann beginnt die Reise in die schöne neue Welt und man ist mutig, motiviert und voller Tatendrang. Bis das erste Schlagloch kommt. Da brettert man dann mit voller Geschwindigkeit drüber und zimmert mit dem Schädel gegen die Decke um dann festzustellen: „Kacke, das war jetzt uncool.“ Und weil wir Menschen talentierte und begnadete Vermeider sind, tun wir das erstbeste, um nicht wieder in so eine Lage zu kommen: Die Neujahrsvorsätze können mich mal!

Wir können euch zwar nicht dabei helfen, euren Terminkalender freundlicher zu gestalten oder eure Post abzuheften. Und wir weigern uns auch Angebote über Fitnessstudiobegleitung auszusprechen. Aber das mit dem vegan werden, da können wir euch unter die Arme greifen! Wir machen das jetzt schon ein Weilchen und ein bisschen Schubkraft von den „alten Monstern“, das hilft vielleicht, um auf Kurs zu bleiben. Hier sind also unsere Tipps für angehende Veganer

#1 Immer mit der Ruhe

Wer anfangen möchte, mehr Sport zu treiben, wird schnell feststellen, dass das Vorhaben zum Scheitern verurteilt ist, wenn man sich von Null auf Hundert jeden Tag für mindestens eine Stunde abrackert. Der Akku macht dann schnell die Grätsche und die Motivation flüchtet sich auf die Bahamas.

Beim vegan werden ist es oft genauso. Deswegen darf man auch dieses Thema beruhigt im schlendernden Tempo beginnen. Der Meatless Monday zum Beispiel ist ein guter Start, denn jede fleischfreie Mahlzeit ist ein Schritt in eine nachhaltigere Richtung. Wenn man dann ohne Probleme den einen Tag in der Woche wuppen kann, kann man noch einen Tag dazu nehmen und das Thema langsam ausweiten.

Neujahrsvorsätze: Tipps für angehende Veganer – Vegane Frühstücksalternativen – Linsenaufstrich – Tofu-Rucola-Aufstrich | Toastenstein
Mal was anderes zum Frühstück ausprobieren: Linsenaufstrich in zwei Varianten oder Tofu-Rucola-Aufstrich.

Fortschritt ist hier das Schlüsselwort, nicht Perfektion. Man muss nicht alles auf einmal ändern, den Kühlschrank einmal komplett nackig machen und die Vorratsschränke plündern, damit die ganzen neuen Lebensmittel einziehen dürfen. Das könnte schnell überfordern und Überforderung sorgt meistens wiederum für Frustration und die können wir hier so gar nicht gebrauchen!

Darum: Nimm dir Zeit und Ruhe und erlaube dir, dir die Sache erstmal durch den Kopf gehen zu lassen. Ist ein fleischfreier Tag pro Woche für dich das Mittel zum Zweck oder vielleicht auch nur der Verzicht auf das Wurstbrot zum Frühstück? Hilft es dir vielleicht schon, von der Kaffeesahne auf Mandelmilch umzusteigen? Jeder Schritt, den du gehst, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Hier gilt nämlich tatsächlich: Der Weg ist das Ziel. So abgedroschen das auch klingen mag.

#2 Raum für Experimente

Als wir vegan geworden sind, hat es uns unheimlich geholfen, diese ganze Umstellung nicht als unumstößliches Regelwerk zu verstehen, sondern als Spielwiese des Experimentierens. Denn Experimente sind dafür da, um etwas zu erkunden, und nicht ein Wettkampf, bei dem um Sieg und Niederlage geht. Es geht darum, Erfahrungen zu machen und aus ihnen zu lernen. Und wenn ein Experiment mal gründlich in die Hose geht, ist das total okay, denn gelernt hat man ja ganz sicher etwas.

Neujahrsvorsätze: Tipps für angehende Veganer – Backen mit Matcha-Pulver – Matcha-Minz-Muffins | Toastenstein
Schon einmal etwas mit Matcha gemacht? Nein? Unsere Matcha-Minz-Muffins mit Schokolade könnten dann ein heißer Tipp sein.

Wenn du also auf der Suche nach einer Milchalternative bist und feststellst, dass Sojamilch für dich wie flüssiger Tapetenkleister schmeckt, super Sache! Immerhin ist damit geklärt, dass diese Sorte nichts für dich ist. Aber vielleicht haben dafür Mandelmilch und Hafermilch noch echtes Potenzial, das sich zu erkunden lohnt.

Neujahrsvorsätze: Tipps für angehende Veganer – Haferflocken-Bratlinge | Toastenstein
Haferflocken-Bratlinge sind einfach gemacht und man kann sich, was das Rezept angeht, echt austoben!

Gleiches gilt natürlich auch für alle anderen Lebensmittel. Du würdest Bananen und Avocados lieber als Türstopper und nicht als Frühstück benutzen? Chiasamen und Matchapulver findest du unnötigen Firlefanz? Und was zum Henker du mit Jackfruit anfangen sollst, weißt du auch nicht? Überhaupt nicht schlimm! Diese Sachen gehören nicht zwingend zum veganen Leben dazu, sondern sind nette Nice-to-Haves. Wenn für dich der Zenit des Wohlbefindens bei Gemüsesuppe und Haferbratlingen erreicht ist, darfst du deine Experimentierstunde getrost beenden.

#3 Nicht ohne meinen Käse

Wenn wir mit anderen über das Thema „vegan werden“ sprechen, dann ist der meist gehörte Kommentar „Total super, dass ihr das so macht. Aber ich könnte das nicht…“. Wenn man dann nach einem Warum fragt, bekommt man meistens eine zähneknirschende Erklärung: Der eigene Wille ist nicht so eisern. Und es gibt Lebensmittel, von denen kommt man einfach nicht los. Für viele ist das Käse. Für einige Schokolade. Und für manche die Scheibe Wurst auf der Stulle oder der Döner nach der Disco.

Neujahrsvorsätze: Tipps für angehende Veganer – Brokkoli-Käse-Suppe – Gyros-Nudelsalat | Toastenstein
Vegan und schrecklich lecker: Brokkoli-Käse-Suppe und Gyros-Nudelsalat

Hier ist ein spannendes Konzept: Wenn dir das vegan sein überhaupt nicht schwer fällt, bis auf diese eine oder andere Sache, dann sei halt vegan mit dieser einen oder anderen Ausnahme!

Ja, es gibt sicherlich einige Hardcoreveganer, für die das nach keiner guten Idee klingt und für die das irgendwie geschummelt ist. Und ja, manche Leute werden das belächeln oder einen vielleicht nicht für voll nehmen, aber scheiß drauf! Wir brauchen nicht zehn Veganer, die auf Biegen und Brechen absolut alles richtig machen. Wir brauchen zehntausend Veganer, die kleine Fehler und Ausnahmen machen, aber dafür bemüht und zufrieden sind. Das große Ganze profitiert davon so viel mehr.

Und wer weiß, vielleicht schaffst du ja den Absprung doch noch irgendwann oder findest zumindest eine vegane Alternative für dich. Das findet man aber nur heraus, wenn man überhaupt erst mal anfängt…

#4 Mit Netz und doppeltem Boden

Wir sind noch nicht so alt wie Methusalem, aber hier ist trotzdem eine kleine Weisheit von uns: Egal, was dir gerade passiert, egal wo du dich auf deiner Reise befindest und egal wie motiviert, frustriert oder verwirrt du dich fühlst… Du bist niemals alleine, selbst wenn es sich so anfühlt!

Da draußen sind noch mehr Menschen, die manchmal Bock haben, den anderen in den Suppentopf zu reihern, wenn darin eine dicke Speckschwarte herumschwimmt. Du bist nicht alleine mit deinem Bedürfnis nach Tobsuchtsanfällen, weil jemand einen perfekten veganen Salat versauen musste mit Schinkenwürfelchen. Und die Person, die am anderen Ende des Zugabteils ihre Bifi isst, die wollen wir alle schlagen.

Neujahrsvorsätze: Tipps für angehende Veganer – vegane Corndogs
Falls mal der Würstchenhunger kommt: vegane Corndogs!

Wenn deine Arbeitskollegen dich auslachen, weil du lieber Tofu statt Putenschnitzel in der Mittagspause mümmeln willst, bist du damit nicht allein. Wenn auf der Familienfeier niemand daran denken wollte, dass der Veganer auch was zum Essen braucht, ist das kein Einzelfall. Und wenn du vom Buffet nichts anderes als Kartoffeln, Salat und Brot wieder zurück zum Tisch schleppst, ging das vor dir auch schon ganz vielen anderen so. Es ist wichtig, dass man sich das bewusst macht, denn diese Frustration, die einen da manchmal übermannt, die macht schnell einsam. Und das muss niemand sein.

Neujahrsvorsätze: Tipps für angehende Veganer – Bätterteig-Dinger gehen immer!
Finden auch Nicht-Veganer gut: Paprika-Strudel mit Blätterteig.

Zum Beispiel kannst du klein anfangen und einer veganen Facebook-Gruppe beitreten. Dort kann man sich ungestört umschauen und still mitlesen. Und wenn man irgendwann das Bedürfnis verspürt, auch den Austausch mit anderen suchen. Wenn du lieber Real-Life-Support brauchst, gibt es in fast jeder größere Stadt auch vegane Stammtische. Dort ist man auch als Neuling mit vielen Fragen ein gern gesehener Gast und die meisten Leute helfen dir gerne weiter. Möchtest du des noch persönlicher, kannst du dich in deiner Gegend auch nach einem Vegan-Buddy umsehen: Das sind Leute, die dir ganz persönliche Schützenhilfe beim Einkaufen, Kochen und Leben geben können.

Und hey, die Blogger deines Vertrauens kannst du auch mal mit der eine oder anderen Mail nerven. Die freuen sich sogar über solche Nachrichten! Weil sie dann wissen, dass sie nicht nur für den luftleeren Raum im Internet schreiben. 😉

#5 Leere Bäuche machen Monster

Es fühlt sich an ,als würden wir zu Orgelspielern mutieren, die unentwegt an ihrem Leierkasten drehen. Aber wir werden nicht müde, immer und immer wieder darauf hinzuweisen: Bitte iss genug!

Fleisch ist ein unheimlich schwer verdauliches Ding, das eine ganze Weile in deinem Magen herumliegt, bis es komplett verdaut ist. Was die Magensäfte da leisten müssen, ist wirklich enorm. Milchprodukte sind zwar nicht ganz so ein Desaster, aber für den Säure-Basen-Haushalt auch ein echter Hochleistungssport. Wenn der Magen so vereinnahmt ist, muss man ihn auch nicht ständig füttern. Wenn du allerdings deine Ernährung umstellst, und das auch noch auf großteils unverarbeitete, frische Lebensmittel, rauschen diese regelrecht durch dein Verdauungssystem.

Und das sorgt dann für den oft gehörten Kommentar: „Von diesem veganen Zeug wird man gar nicht richtig satt!“. Wird man nämlich tatsächlich nicht, weil der Körper davon ganz andere Mengen braucht. Sicher, der Vergleich hinkt etwas, aber er verdeutlicht unseren Punkt: 200 Gramm paniertes Schweineschnitzel hat ungefähr 460 Kalorien. Die gleiche Menge gemischter Blattsalat hat ungefähr 30 Kalorien. Das sind schrecklich wenige Kalorien für etwas, das ohne Probleme einen großen Teller prall füllt. Wer dann nach einer Stunde schon wieder das Gefühl hat, Hunger zu haben, der hat ihn auch mit Grund.

Neujahrsvorsätze: Tipps für angehende Veganer – Waffelburger – Sloppy Joes | Toastenstein
Echte Sattmacher: der monströse Waffelburger und Champignon-Sloppy Joes!

Das Monster, das sich dann in der Magengegend breit macht, hat die merkwürdige Angewohnheit, einen Jieper auf die Lebensmittel zu haben, die besonders ruinös sind. Mit einem kleinen Schokoriegel kann man plötzlich die Welt retten. Die Tüte Chips im Schrank wird zur persönlichen Offenbarung. Und wenn das Monster dann schon so groß geworden ist, dass es gegen die Zimmerdecke stößt, wirken Burger, Schnitzelbrötchen und die olle Currywurst mit Pommes wie ein singender Engelschor auf direktem Weg in den Himmel. In Wahrheit ist das übrigens nur dein Körper, der dich gerade nach mehr Kalorien anbrüllt. Und in diesem Stadium denkt er einfach: „Viel hilft viel“, also lass dich nicht bescheißen.

#6 Das Problem sind meistens die anderen

Zuhause kann man meistens schalten und walten, wie es einem gefällt. Wenn es da drei Tage hintereinander Linsensuppe mit Tofu gibt und du die einzige Person bist, die sich damit den Teller füllt, weil einfach kein anderer da ist, ist das Leben meistens unbeschwert und einfach. Die Krise beginnt erst, wenn man andere Menschen dazu addiert.

Der Partner oder die Partnerin verstehen nicht, was das mit diesem ganzen veganen Zeug eigentlich soll. Die wortwörtlichen Extrawürstchen finden sie nervig und anstrengend. Und wenn die ganze Bude plötzlich nach Frikadellen mieft, weil da jemand fröhlich gebrutzelt hat, hängt der Haussegen so schief, dass man ihn als Skischanze benutzen könnte.

Muttern und Vattern nehmen plötzlich persönlich, dass du dein Lieblingsgericht verschmähst, obwohl du das doch immer so gerne gegessen hast. Und wenn du es endlich an den Tisch geschafft hast und dich doch noch aufs Essen freust, lautete die Arbeitsanweisung: „Sind auch nicht viele Speckwürfelchen. Kannste einfach rauspuhlen!“ Und deine gute Laune schwebt leise zur Tür hinaus.

Neujahrsvorsätze: Tipps für angehende Veganer – Backen ohne Ei – Karotten-Nuss-Gugel – Oreo-Cupcakes | Toastenstein
Backen ohne Ei ist total easy: Von Karotten-Nuss-Gugel, über Donauwelle bis hin zu Oreo-Cupcakes ist alles möglich!

Wenn sich dann noch Freunde und Arbeitskollegen lustig darüber machen, dass dein Gemüsespieß vom Grill irgendwie ärmlich neben ihren Rippchen aussieht und dein veganer Kuchen gar nicht schmecken kann, weil Eier und Butter fehlen, dann hat man schonmal gut Bock, ordentlich an die Decke zu gehen. Da will man die Diskussion des Jahres starten, jemandem das ein oder andere Peta-Video unter die Nase reiben. Und in der Manier von Clockwork Orange Dominion und Earthlings in Dauerschleife ablaufen lassen. Schlagabtausch der Dickköpfe, Nervtöter und Frustschieber.

Bitte tu das nicht! Solche Situationen führen meistens nirgendwo hin, denn wenn Streit, Frust und Unsicherheit aufeinander treffen, verlässt man jegliche Sachlichkeit und wird einfach nur zum allumfassenden Emotionsknubbel. Der freundliche Hinweis, dass es keinen Bedarf für so ein Gespräch gibt, sollte ausreichen. Und wenn es das nicht tut, darf man auch einfach die Situation verlassen.

Wichtig ist, zu verstehen, dass man einen Menschen nicht zur Erleuchtung führen kann, wenn er sich selber eine Tüte über den Kopf gestülpt hat, um nichts sehen zu müssen. Diese Kraft und Energie darf man getrost anderswo investieren. Ein gemeinsamer Besuch im veganen Restaurant oder ein gemeinsamer Kochabend könnten da zielführender sein…

#7 Pimp my Kitchen

Apropos Kochen! Das ist ein Thema, um das man ja nicht drumherum kommt. Außer man kann sich einen eigenen Koch leisten oder residiert noch im Hotel Mama. Aber auch wenn man Leute hat, die alles für einen erledigen, ist es hilfreich zu wissen, was in der Küche alles so möglich ist. Jemandem ein bisschen unter die Arme zu greifen, ist eine nette Geste. Und falls man mal an besonders ahnungslose Freunde und Verwandte gerät, die einfach nicht wissen, was man dir kredenzen könnte, kann man ihnen hilfreich zur Seite stehen.

Für solche Fälle und den ganz normalen Alltagswahnsinn ist es hilfreich, wenn man sich ein Repertoire an Mahlzeiten zusammenstellt, die unkompliziert, einfach und schnell gehen. Wenn man nämlich in Ermangelung besseren Wissens plötzlich mit leeren Händen dasteht, passieren unüberlegte Spontankäufe. Und man schiebt sich etwas in die Futterluke, das bei genauerer Betrachtung dort hätte gar nicht landen sollen. Solche Sachen lassen sich dann in der Regel auch am Telefon einfach erklären, wenn man das Rezept weitergeben möchte.

Neujahrsvorsätze: Tipps für angehende Veganer – Anfängertaugliche Rezepte – Asia-Bolognese | Toastenstein
Bock auf Bolognese? Neben einem ganz klassischen Rezept haben wir auch diese Asia-Bolognese im Angebot!

Klassiker wie Bolognese, Chili oder Curry bekommt eigentlich jeder ohne Probleme hin! Da lohnt es sich auch, eine große Portion zu kochen, damit man gleich für ein paar Tage was zu essen hat. Oder man friert das Essen einfach ein und hat dann schon vorgesorgt für schlechte Zeiten.

Was das nötige Equipment angeht, sind wir hier bei Toastenstein beachtlich bodenständig unterwegs. Wir haben keine Ahnung, wie man einen Thermomix bedient, und laufen auch nicht Gefahr, dass uns der Schnellkochtopf um die Ohren fliegt. So etwas haben wir gar nicht, und ihr braucht das auch nicht. Jedenfalls nicht, um vegan zu werden. 😉

Tipps für angehende Veganer – Anfängertaugliche Rezepte – Grünkohl-Mandel-Pesto | Toastenstein
Es müssen nicht immer Basilikum und Pinienkerne sein: Grünkohl-Mandel-Pesto!

Langfristig macht aber die Investition in einen Mixer durchaus Sinn. Suppen, Saucen, Nussmus und Pesto sind dann im Handumdrehen fertig, und viel zum Abwaschen gibt es auch nicht. Es muss auch nicht zwingend der teure Standmixer im Gegenwert eines Wochenendurlaubs sein. Wir arbeiten hauptsächlich mit einem kleinen Bullet-Mixer, weil der besonders für kleine Mengen herausragend gut ist. Daran gemessen, wie oft er zum Einsatz kommt, ist er auch ein sagenhaftes Schnäppchen gewesen. (Schaut euch mal bei Ebay und auf dem Flohmarkt um. Dort kommt man günstig an solche Geräte.)

Ansonsten empfehlen wir euch noch die Investition in wirklich scharfe Messer! Eine komplette kochtopfgroße Ladung Gemüse klein zu schnibbeln ist die Hölle auf Erden, wenn man dafür ein Messer benutzen muss, auf dem man ohne Probleme nach Texas reiten könnte. Wenn man dann auch noch etwas ungeübt ist, wird daraus schnell eine abendfüllende Veranstaltung mit erhöhtem Risikopotenzial.

#8 Mit Bravour gescheitert

Du hast dir alle Bücher über das vegane Leben reingezogen, dir alle möglichen Dokus angeschaut, bist absolut begnadet in der Küche und hast auch keine Angst, dich fröhlich durch alle neuen Rezepte zu testen. Natürlich weißt du, in welches Restaurant du gehen musst, damit veganes Futter auf den Teller kommt, klemmst dir jeden Tag deine vorbereitete Lunchbox unter den Arm und für den Urlaub hast du dir sogar den Vegan Passport besorgt. Du hast jede Situation geprobt, dich umfassend informiert und bist sowas von bereit… und trotzdem wirst du Fehler machen.

In der Beeren-Schorle hat sich echtes Karmin eingeschlichen. Das kleine Gläschen Sekt zur Feier des Tages wurde leider höchstwahrscheinlich mit Gelatine oder anderen Obszönitäten geklärt. Und die Chips, die mit dir den Netflix-Gott anbeten, hatten leider ein paar Aromen aus Wild und Geflügel intus. Zu allem Überfluss hatten auch die Gummitierchen einen freundlichen Überzug aus Bienenwachs. Und falls du beim Serienmarathon nicht alleine warst, und der Abend ganz besonders nett war, wurden die Kondome, die ihr benutzt habt, vielleicht mit Kasein hergestellt. Und die Stulle, die es am Morgen danach gab, hatte zwar Margarine drauf, aber diese zählt Milchbestandteile zu ihren Zutaten.

Keine Panik bekommen, nicht hyperventilieren und bitte nicht den Katastrophennotstand ausrufen! Sowas passiert den meisten von uns. Ja, es ist ärgerlich, aber die Welt hat (leider) schon so viel mehr ausgehalten, da wird sie diesen kleinen Fehltritt sicher noch verkraften können. Und natürlich, wenn der Kopf erst einmal verstanden hat, was der Körper da gerade konsumiert hat, ist es auch vollkommen okay, sich für einen Moment ein bisschen mies und eklig zu fühlen. Für einen Moment! Nicht länger, denn sonst fängt man an, das schlechte Gewissen wie einen Rucksack mit sich umher zu tragen und klappt irgendwann unter der Last zusammen.

Tipps für angehende Veganer – Schokoladen-Brownies| Toastenstein
Falls mal alles so richtig scheiße ist, hilft nur noch viel Schokolade: Joghurt-Brownies mit Schoko-Creme!

Denn auch hier gilt: Aus Fehlern lernt man. In Zukunft wirst du noch einen Blick mehr auf die Zutatenliste werfen oder vielleicht auch mal eine Produktanfrage bei einem Unternehmen stellen, um mehr über ein Produkt zu erfahren oder als schnelles Backup in der Facebook-Gruppe nachfragen. Das wirkliche Drama ist nie der Fehler an sich, sondern wenn man aus ihm keine Lehre gezogen hat. Und glaube uns: Es gibt den perfekten Veganer auch nicht. Kein Grund, die veganen Neujahrsvorsätze über Bord zu schmeißen!

Also: Aufstehen, Hörnchen richten und weiterlaufen und viel Spaß auf der veganen Reise…


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